Sehen Sie, wie einfach Sie mit KI gegen das Gesetz verstoßen können.
The EU AI Act is not a policy exercise—it’s a liability framework. Certain AI practices are prohibited, others require documented controls, logging, human oversight, and incident processes. This article breaks down your obligations as a deployer or provider and includes a one-page readiness scorecard to identify your biggest legal gaps in 10 minutes.
Man braucht kein komplexes KI-System, um rechtliche Risiken zu verursachen. In den meisten Unternehmen reichen eine einfache Eingabeaufforderung, eine kopierte Tabellenkalkulation oder eine „schnelle Überprüfung“ mit einem KI-Tool völlig aus. Keine Absicht. Kein böser Wille. Nur ganz normale Alltagsarbeit.
Betrachten wir einige Anwendungsbeispiele, die gegen das Gesetz verstoßen – ohne dass Ihr Unternehmen dies bemerkt.
Dieser Artikel zeigt einfache, gängige Anwendungsbeispiele von KI in den Bereichen Personalwesen, Finanzen und Beschaffung – und wie diese scheinbar harmlosen Maßnahmen gegen Datenschutzbestimmungen, Arbeitsrecht oder interne Kontrollen verstoßen können. Bei der KI-Compliance geht es nicht darum, Innovationen zu stoppen, sondern darum zu verstehen, wie leicht die Grenzen unbemerkt überschritten werden können.
1. Beschaffung (Einkauf / Beschaffungsmanagement)
1.1 Lieferantenbewertung mithilfe generativer KI
Ein Käufer lädt große Datenmengen, Servicebeschreibungen oder E-Mail-Korrespondenz in ein KI-Tool hoch, um Anbieter zu vergleichen oder Ranglisten zu erstellen.Risk:
- Vertrauliche Vertrags- und Preisdaten verlassen das Unternehmen.
- Keine Nachvollziehbarkeit der Entstehung der Bewertungen (Verzerrungen, Fehlinterpretationen)
- Mögliche Verstöße gegen Geheimhaltungsvereinbarungen und das Wettbewerbsrecht
- Die Entscheidungen sind nicht revisionssicher oder ordnungsgemäß dokumentiert.
1.2 Vertragserstellung oder Klauselprüfung mithilfe von KI
KI wird eingesetzt, um Beschaffungsverträge „schnell zu überprüfen“ oder alternative Klauseln vorzuschlagen.
Risiko:
- Rechtlich fehlerhafte oder unvollständige Klauseln werden übernommen.
- Die Zuständigkeit für die rechtliche Beurteilung wird unklar.
- Falsches Gefühl der Sicherheit: „Die KI hat es überprüft“ ersetzt eine ordnungsgemäße rechtliche Prüfung.
1.3 Vorbereitung von Preisverhandlungen mithilfe von KI
Beispiele für solche Anfragen sind: „Wie kann ich diesen Lieferanten dazu bringen, seine Preise zu senken?“, einschließlich spezifischer Lieferanteninformationen.
Risiko:
- Sensible Geschäftsbeziehungen werden extern offengelegt.
- KI generiert aggressive oder unethische Verhandlungsstrategien.
- Reputationsschaden, falls eine solche Nutzung bekannt wird.
2. Personalwesen
2.1 Vorauswahl der Bewerber mithilfe von KI
Lebensläufe und Bewerbungsunterlagen werden in KI-Tools hochgeladen, um Ranglisten oder Auswahllisten zu erstellen.
Risiko:
- Verarbeitung hochsensibler personenbezogener Daten
- Diskriminierung aufgrund von Trainingsverzerrungen (Alter, Geschlecht, Herkunft)
- Verstöße gegen die DSGVO und das Antidiskriminierungsgesetz
- Mangelnde Transparenz gegenüber Bewerbern
2.2 Leistungsbewertungen mithilfe von KI-generierten Zusammenfassungen
Führungskräfte nutzen KI, um Mitarbeiterfeedback, Zielerreichung oder Besprechungsprotokolle zusammenzufassen oder zu bewerten.
Risiko:
- Subjektive oder voreingenommene Beurteilungen werden „objektiviert“.
- Mitarbeiterdaten werden ohne klare Zweckbindung verarbeitet.
- Eskalations- und Haftungsrisiken bei Kündigungs- oder Beförderungsentscheidungen
2.3 Abfassung von Abmahnungen oder Kündigungsschreiben
Die Personalabteilung nutzt KI, um arbeitsrechtliche Dokumente „effizient zu erstellen“.
Risiko:
- Rechtlich fehlerhafte Formulierung
- Mangelnde Berücksichtigung der Besonderheiten des Einzelfalls
- Hohes rechtliches Risiko in arbeitsgerichtlichen Verfahren.
3. Finanzen (Rechnungswesen, Controlling, Finanzwesen)
3.1 Finanzdatenanalyse mithilfe von KI
Kontrolle des Hochladens von Gewinn- und Verlustdaten, Cashflow-Zahlen oder Prognosen in KI-Tools zur Analyse von Abweichungen oder Kosteneinsparpotenzialen.
Risiko:
- Hochsensible Finanzdaten verlassen das Unternehmen.
- Keine Kontrolle über Speicherung oder Weiterverwendung.
- Verstöße gegen interne Kontrollsysteme (IKS)
3.2 Automatisierte Prognosen und Vorhersagen
KI wird eingesetzt, um Umsatz- oder Liquiditätsprognosen zu erstellen, die Managemententscheidungen direkt beeinflussen.
Risiko:
- Falsche Annahmen oder Halluzinationen bleiben unentdeckt.
- Das Management verlässt sich auf nicht validierte Modelle.
- Haftungsrisiken aufgrund falscher Entscheidungen
3.3 Unterstützung bei der Erstellung von Jahresabschlüssen oder Bewertungen
KI unterstützt bei der Erstellung von Rückstellungen, Bewertungen oder Kommentaren für Jahresabschlüsse.
Risiko:
- Verschwimmen der Grenzen zwischen Entscheidungsfindung und Entscheidungsvorbereitung
- Mangelnde Nachvollziehbarkeit für Wirtschaftsprüfer
- Compliance- und Governance-Risiken
Klares Fazit
Diese Anwendungsfälle sind nicht im Sinne einer ausdrücklichen Untersagung „falsch“ – sie sind jedoch riskant, weil:
- Die Verantwortlichkeiten werden unklar.
- Die Daten werden unkontrolliert verwendet.
- Die Entscheidungen sind nicht mehr nachvollziehbar.
- Geschäftsbereiche nutzen KI als Abkürzung ohne entsprechende Governance.
Genau hier setzt eine sinnvolle KI-Governance an: nicht als Bremse für Innovationen, sondern als Klarheit darüber, wer was mit welchen Daten und zu welchem Zweck tun darf – und wer letztendlich die Verantwortung trägt.